Donnerstag, 8. November 2012

Debian Wheezy auf einem HP 635 Notebook

Heute möchte ich wieder einen kleinen Ausflug in die Linuxwelt unternehmen. Vor einigen Monaten erwarb ich ein HP 635 A1E51EA Notebook. Die Grafikkarte ist eine Radeon HD6320. Vorinstalliert ist SUSE Linux Enterprise Desktop 11. Diese Version ist aber schon etwas veraltet, weshalb ich mich entschied, einige andere Linux Versionen zu testen. Nach einiger Zeit probierte ich auch einmal Debian Wheezy (testing), der kommenden Debian Version. Testing ist natürlich nicht gleich stable, aber da es wahrscheinlich nur noch eine Frage von Monaten ist, wann Debian Wheezy herauskommt, hoffte ich, das sich die Bugs in Grenzen halten. Viele Linux User benutzen testing als Produktivsystem, und so dachte ich mir, "wird schon schiefgehen".

Bei der Installation habe ich mir das Image der Debian testing i386 netinstall cd heruntergeladen und auf einem Rohling gebrannt. Man geht ins Bios mit esc und wählt das cd Laufwerk zum booten. An dieser Stelle sollte man aufpassen: nicht die grafische Installation wählen! Ich selbst wählte die xfce Oberfläche als Desktop aus und den normalen Installationsweg (also nicht grafisch). Wenn man übrigens einfach den nächstliegende Menupunkt auswählt bekommt man eine nichtgrafische Installation und eine Gnome Oberfläche. Die Installation selbst denke ich, brauche ich nicht zu erklären, sie erklärt sich weitgehend selbst und wird in vielen Wikis erläutert. Man sollte nur aufpassen, das man von den zwei angebotenen Kernel-Versionen den "i686-pae" auswählt und nicht den i486. Wenn man das System zum erstenmal bootet muss man wieder aufpassen. Wenn der Bootloader Grub erscheint, also der Punkt, wo man das Betriebsystem auswählen kann drückt man die Taste "e" und landet in einem einfachem Editor, wo man zusätzliche Optionen in Grub einfügen kann. Mit welchen Tasten man navigiert, ist im Editor angegeben. In der Zeile, die mit quiet endet, fügt man nach einem Leerzeichen "radeon.modeset=0" hinzu (Bootoptionen für den default Kernel). Dann bootet man und die grafische Oberfläche sollte erscheinen. Um das eben erläuterte fest zu schreiben, muss man /etc/default/grub editieren (im Terminal) und die genannte Zeile einfügen. Dies muss mit root-Rechten geschehen, ich selbst benutze dazu den Editor nano. Danach "update-grub" ausführen.

Wenn man einen Ati Catalyst Treiber will, so kann ich dazu nur bemerken, das bei mir die Installation der Version 12.10 problemlos durchlief. Es gibt aber den Treiber auch in den Repositories. Da ich wie gesagt die Oberfläche xfce ausgewählt habe musste ich noch einen weiteren Schritt unternehmen. Und zwar funktioniert bei xfce der Sound nicht (bei Gnome könnte er funktionieren, habe ich aber nicht getestet). Um den Sound zum laufen zu bringen muss man die Datei options.conf im Verzeichnis /etc/modprobe.d erstellen. Dies muss wiederum mit root-Rechten geschehen. Hier fügt man die Zeile ein: "options snd-hda-intel index=0 enable=0" - danach neustarten. Zu dem Wlan sollte ich vielleicht noch bemerken, das man möglicherweise firmware-Dateien aus dem "non-free" Repository benötigt. Ich selbst habe vorsichtshalber die "atheros" firmware und die "firmware-linux" (inklusive der Abhängkeiten aus "contrib" und "non-free") installiert. Allerdings benötige ich wlan nicht, da ich per Ethernet-Kabel im Netz bin. Wlan-Netze werden aber angezeigt, also scheint es zu funktionieren. Wer /etc/apt/sources.list ändern will kann das nicht über synaptic erledigen (wahrscheinlich ein bug), sondern muss die Datei ebenfalls editieren. Das kann z. B. passieren, wenn man Packete aus "contrib" und "non-free" installieren will.

Nähere Informationen gibt es auf der Seite "www.debian.org".


Update:


Wer Debian Squeeze (stable) installieren möchte, muss nicht ganz so viele Konfigurationen vornehmen. Hier gibt es keine grafischen Probleme beim booten. Allerdings muss die firmware (atheros und firmware-linux) und der 686-bigmem-Kernel installiert werden - zur Auswahl steht nur noch ein 486-Kernel. 64 bit funktioniert auch, allerdings hat man da die leidigen Probleme mir flash und seltsamerweise funktioniert mein Scanner, ein Epson Perfection 1260 Foto mit 64 bit Linux Systemen nicht. Wahrscheinlich ein nicht erkannter Bug. Der Geschwindigkeitsvorteil ist auch nur marginal. Bei Gnome und wahrscheinlich auch bei allen anderen Desktopoberflächen muss man allerdings die oben beschriebene Konfiguration beim Sound vornehmen.


Bei Opensuse 12.2 ist es ebenfalls nötig, die genannten Konfigurationen an Grub vorzunehmen. Man editiert /etc/default/grub und fügt die Zeile

"radeon.modeset=0"

wie beschrieben hinzu. Dazu muss man mit su (im Terminal) root werden (nicht sudo). Im Unterschied zu Debian wheezy folgt dann allerdings:

"grub2-mkconfig -o /boot/grub2/grub.cfg"

und: "grub2-install /dev/sda"

Falls man xfce installiert, muss auch der Sound wie oben beschrieben konfiguriert werden. Bei Gnome sollte er funktionieren.

Für Fedora 17 gilt das gleiche wie für Opensuse, nur am Sound bei xfce muss man nichts konfigurieren, der funktioniert out the box.

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