Donnerstag, 7. Februar 2013

Tipps für Linux: Die "Home" Partition

Eingefleischte Linux Fans kennen das Problem: Man möchte seine Linux-Distribution auf eine neue Version updaten aber seine Daten behalten. Wenn man aber nicht schon vorher beim Partitionieren dieses Problem bedacht hat, kann man eigentlich nur wie z. B. bei Debian oder Ubuntu durch updaten der "sources.list" und schließlich per "apt-get dist-upgprade" sein System auf den neuesten Stand bringen. Auch opensuse bietet eine ähnliche Funktion an. Allerdings können sich durch dieses Vorgehen auch Fehler im System einschleichen. Der weisere Weg ist eine komplette Neuinstallation. Wie kann man aber seine Daten erhalten? Dies geht in der Regel nur, wenn man schon zu Beginn, wenn man den Rechner auf Linux umstellt, eine extra "/home" Partition anlegt. Nähere Informationen zur "/home" Partition gibt es hier.

In dem /home/"Username" Verzeichnis befinden sich diverse versteckte Konfigurationsdateien, die man aber nicht unbedingt alle in die neue Distributionsversion mitnehmen sollte. Wichtig sind z. B. Mail-Konfigurationen wie ".thunderbird" oder Browserkonfigurationsdateien wie ".mozilla". Wenn man Linux das erste Mal installiert, sollte man zumindest eine "swap", eine "/" und eine "/home" Partition anlegen. Die "/" Partition sollte je nachdem wieviel Ṕakete man installiert, etwa 10 bis 20 GB haben. Den Rest kann man für "/home" reservieren. Das alles kann man während der Installation konfigurieren, manche Distributionen schlagen auch eine Partitionierung mit einem "/home" Verzeichnis vor, so das es etwas einfacher geht. Beim Update einer Distribution muss man nur darauf achten, das man beim Installieren manuelle Partitionierung wählt. Die "/home" Partition muss man dann wieder neu einbinden. Man sollte natürlich aufpassen, das man dabei nicht versehentlich formatiert.

Auch wenn man die Linux-Distribution wechselt, kann man auf diese Weise seine Daten und Konfigurationsdateien mitnehmen. Das ist natürlich etwas verkürzt dargestellt und es empfielt sich vor dem Installieren die wikis der diversen Distributionen ansehen.

Edit: Wenn man einige der versteckten Konfigurationsdateien nicht löscht, kann es besonders bei einem Wechsel der Distribution zu unerwarteten Effekten kommen. So sollte man am besten beim löschen der versteckten Dateien eine Live-CD benutzen, die Lese und Schreibzugriff auf die "/home" Partition ermöglicht. Gute Erfahrungen habe ich dabei mit einer Fedora-Live CD gemacht. Wenn man einfach das alte Betriebsystem startet, und die versteckten Dateien löscht, stellen sie sich z. T. wieder her. Wenn die Installation des neuen Systems abgeschlossen ist, kann dies zu merkwürdigen Aussehen des Desktops führen. So z. B. wenn man die gleiche Desktopoberfläche benutzt, z. B. xfce, aber eine andere Distribution. Dabei sollte auch der Ordner "Desktop" oder "Arbeitsfläche" gelöscht werden. Man muss sich etwas heran tasten, welche Ordner man stehen lässt und welche nicht. Und natürlich sollte man immer ein Backup seiner Daten machen.

Insgesamt ist diese Methode etwas schwieriger als das normale "dist-upgrade", aber am Ende hat man ein frisches, neues System.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen