Dienstag, 7. November 2017

LXDE - wie man seinen alten PC wieder zu neuen Leben erweckt


Sicher standen sie schon mal vor dem Problem: der alte Computer ist schon recht betagt, die Programme starten immer langsamer. Und ein neues Betriebsystem würde sich wegen der mangelhaften Performance erst gar nicht mehr installieren lassen. Aber anstatt den PC auszurangieren, gibt es vielleicht eine Lösung für ihr altes Schätzchen: Linux.

Das Betriebsystem Linux ist in zahlreiche sog. Distributionen aufgeteilt, die sich teilweise nicht nur auf Anwenderfreundlichkeit, sondern auch auf andere Merkmale wie z. B. Multimedia und eben auch Schnelligkeit spezialisiert haben. Ein Linuxsystem ist nicht aus einem Guss, sondern setzt sich aus unterschiedlichen Komponenten zusammen. Daher lässt sich auch die grafische Oberfläche auswechseln, die es in vielen Varianten gibt. Die bekanntesten sind KDE und Gnome. An dieser Stelle lässt sich durchaus etwas an der Systemgeschwindigkeit drehen, ohne dass sie dadurch auf etwas verzichten müssen. So lassen sich viele Programme, wie z. B. der Webbrowser Firefox von verschiedenen grafischen Oberflächen aus starten.

Stellen sie sich beispielsweise vor, sie haben einen alten Rechner mit 2000 MgHz und 1 GB Arbeitsspeicher. Für PC's mit dieser Ausstattung ist die grafische Oberfläche LXDE sehr geeignet. Hier gibt es mehrere Wege, diese zu installieren. Wenn sie noch kein Linux auf ihrem Rechner haben und sich noch nicht sehr mit Linux beschäftigt haben ist sicherlich Lubuntu eine gute Wahl, ein Derivat der bekannten Linux-Distribution Ubuntu. Die Installation erfolgt automatisch mit LXDE und es sind bereits Internet, Mail und Office-Anwendungen enthalten. Die automatische Update-Funktion hält sie ständig mit den neuesten Sicherheitsaktualisierungen auf dem Laufenden. Auch Debian-Linux ist auf diesem Zug aufgesprungen und stellt eine Installations-CD mit LXDE zur Verfügung. Sie schneidet im Vergleich zu Lubuntu in Sachen Geschwindigkeit sogar noch etwas besser ab, allerdings ist die Software im Vergleich zu Lubuntu nicht ganz so aktuell. Dafür hat man allerdings ein sehr stabiles System, dass ebenfalls regelmäßig mit Sicherheitsaktualisierungen versorgt wird. Hier muss man sich zunächst vor der Installation ein wenig mit Linux auseinandersetzen, es stehen aber zahlreiche Hilfe-Seiten und Foren im Internet zur Verfügung.

Wer bereits ein Linuxsystem installiert hat, kann bei den größeren Distributionen LXDE auch nachinstallieren. Dies ist bei Ubuntu, Opensuse, Fedora Core und auch Debian möglich, nur um einige zu nennen. Auch nach der Installation von LXDE kann man noch etwas für die Systemgeschwindigkeit tun. So lässt sich LibreOffice durch das schnellere Abiword ersetzen, dass ebenfalls mit Word-Dokumenten arbeiten kann. Auch bei den Webbrowsern ist man nicht nur auf Firefox angewiesen, es gibt auch noch weitere Varianten zur Auswahl. Ein Nachfolger für LXDE steht bereits in den Startlöchern – die grafische Oberfläche LXQT. Sie baut wie KDE auf QT auf, so dass auch KDE-Anwendungen einigermaßen schnell starten. Aktuell habe ich selbst Debian stable mit LXQT auf einem Rechner installiert und bin sehr zufrieden. Mit einem geöffneten Browser und LibreOffice wird nur 900MB Arbeitsspeicher benötigt. Wer also Spaß am Experimentieren hat, liegt mit Linux sicherlich genau richtig. Aber auch hier gilt der Spruch: selbst ist der Mann!

Erstveröffentlichung: suite101, nachträglich bearbeitet und akualisiert

Linux - welche Distribution ist zu empfehlen?


Das freie Betriebssystem Linux bietet eine große Auswahl an Varianten, sog. Distributionen. Es gibt kein „Linux“ schlechthin, so sind auch die Softwarepakete oft nur bedingt von der einen auf die andere Distribution übertragbar.

Den meisten Erfolg haben momentan sicher sog. Debian-Derivate; das bedeutet, das sie auf dem Softwaremanagementsystem von Debian aufbauen, einem Linuxsystem der frühen Stunde, das immer noch besonders als Serversystem sehr erfolgreich ist. Die bekanntesten Debian-Abkömmlinge sind sicherlich Ubuntu und Linux Mint, das auf letzteren aufbaut. Das Ubuntu-Projekt wurde von dem südafrikanischen Unternehmer Mark Shuttleworth gegründet, mit dem Ziel, ein leicht installierbares und bedienbares Linuxsystem zu erschaffen.

Doch wie schon ein Sprichwort sagt, „die Konkurenz schläft nicht“. So gibt es auch noch andere Linuxvarianten, die versuchen dieses Prinzip in die Tat umzusetzen. In Nürnberg beheimatet ist Suse Linux, das nach der Übernahme durch Novell das Projekt „Opensuse“ gestartet hat. Ähnlich wie bei Ubuntu gibt es auch hier die Möglichkeit entweder eine kommerzielle Variante des Systems mit Support zu erwerben oder das System umsonst aus dem Internet herunterzuladen – dann allerdings ohne Support. Daneben gibt es noch eine große Auswahl an weiteren Distributionen mit dem gleichen Ziel, sie alle aufzuzählen, würde hier zu weit führen. An dieser Stelle zu nennen sind sicherlich noch Manjaro oder Fedora Core, eine Weiterführung des Red Hat Projektes.

Doch welche Linuxvariante ist zu empfehlen? Wer noch überhaupt keine Ahnung von der Materie hat, dem fällt die Entscheidung sicher schwer. Da bei Linux die Installation von Hardwaretreibern oft zunächst die Lektüre von Linux-Handbüchern oder Internetforen nach sich zieht, bevor sie in die Tat umgesetzt werden kann, ist in jedem Fall eine Distribution mit einem relativ kurzem Release-Zyklus vorzuziehen. Die Treiber sind dann in der Distribution bereits vorhanden und müssen nicht mühsam nachinstalliert werden. Hier stehen wohl Linux Mint und Ubuntu unangefochten an der Spitze, jedes halbe Jahr gibt es bei Ubuntu eine Neuauflage des Systems. Die Hardware-Erkennung ist im Vergleich zu anderen Derivaten sehr gut. Lediglich bei tiefergreifenden Eingriffen ins System vermisst man hier eine koordinierte Steuerungszentrale, wie sie beispielsweise Opensuse vorweisen kann. So muss man bei Ubuntu, wenn man Probleme hat, häufiger als bei der letztgenannten Distribution auf die sog. „Konsole“ zurückgreifen, wo man auf einer Dos-ähnlichen Oberfläche arbeitet. Eine Ausnahme bilden die Grafiktreiber, hier bietet Ubuntu eine grafische Oberfläche zur nachträglichen Installation von Treibern.

Eine Installation der verschiedenen Distributionen parallel zu Windows ist prinzipiell möglich, kann aber auch Probleme mit sich bringen, daher ist ein Backup der Windows Partition unbedingt nötig, bevor man mit der Installation beginnt. Jeder Umsteiger sollte vielleicht den letzten Tipp beherzigen: bevor man sich für ein Linuxderivat entscheidet, sollte man sog. Live-Cds ausprobieren, wo man das System gefahrlos testen kann, ohne gleich versehentlich seine gesamten Daten zu löschen. Und vielleicht noch ein allerletzter Tipp: auch wenn man sich das System aus dem Internet heruntergeladen hat: ein Handbuch ist immer nützlich.

Erstveröffentlichung: suite101.de, nachträglich bearbeitet und aktualisiert

Linux versus Windows - ein freies Betriebssystem erobert die Computerwelt


Als die Open-Source Bewegung ihren Anfang nahm, galt Linux noch lange als Betriebssystem für Tüfftler und Freaks. Es dauerte lange, bis sich das System mit dem kleinen Pinguin als Logo begann, sich in der Computerwelt durchzusetzen. Heute ist Linux als Serversystem kaum mehr aus der IT-Welt wegzudenken. Doch auch als Betriebsystem für einen normalen Desktopcomputer beginnt es sich langsam durchzusetzen und hat in seinen vielen Varianten bereits einen weltweiten Marktanteil von drei Prozent erreicht.

Welche Vorteile hat ein Umstieg auf Linux? Zunächst einmal ist der Sicherheitsaspekt sicherlich der wichtigste. Wer besonders häufig im Internet unterwegs ist und gleichzeitig wichtige Daten auf seinem PC gespeichert hat, der findet sicherlich gefallen an dem Gedanken, sich keinerlei Sorgen mehr um Viren oder Würmer machen zu müssen. Zwar wurden inzwischen auch schon Linux-Viren entdeckt, doch deren Verbreitung ist bis jetzt noch vernachlässigbar und vor allen Dingen sind Serversysteme das Angriffsziel. Ein Vorteil einer Linux-Installation ist sicherlich die Tatsache, dass man gezwungen ist, auf jeden Fall ein Administratorpasswort zu setzen und zusätzlich einen Benutzeraccount mit eingeschränkten Benutzerrechten einrichten muss. Schadensprogramme haben es damit schon viel schwerer, auf einen befallenen PC Fuß zu fassen. Auch sind in der Regel überflüssige Dienste deaktiviert, so dass mögliche Einfallstore auf ein Minimum beschränkt sind. Doch der Vorteil, der am meisten ins Auge springt, ist sicherlich der, dass Linux vollkommen kostenfrei ist. Im Internet gibt es zahlreiche Server, wo man sich die Varianten Ubuntu, Opensuse oder Debian kostenfrei herunterladen kann. Wer es sich ohne Hilfe nicht alleine zutraut, ein Linuxsystem zu installieren, für den gibt es auch kostenpflichtige Varianten mit Support und begleitenden Handbüchern. Auch die Community im Internet gibt bereitwillig Hilfestellung, so dass man in jedem Fall nicht alleine mit seinem Problem dasteht. 

Zahlreiche Programme wie Firefox, LibreOffice und Thunderbird sind in fast jeder Linux-Distribution enthalten. Leider gibt es bis jetzt nur sehr wenige Händler, die ein funktionierendes, vorinstalliertes Linux zusammen mit einem PC ausliefern. So installieren viele Linux-User ihr neues System neben einer bestehenden Windows Installation, die zusammen mit dem PC ausgeliefert wurde. Doch es gibt auch einen anderen Weg. Gerade gebrauchte PC's kommen besonders häufig ohne Betriebsystem und auch in der unteren PC-Preisklasse gibt es immer wieder PCs ohne vorinstalliertes Windows.Auf diese Weise kann man mit mit relativ wenig Zeitaufwand eine Menge Geld einsparen, da man wesentlich günstiger wegkommt, als mit einem neuen Computer mit Windows 10. Schon seit Jahren bieten auch viele Linux-Distributionen an, ihr System mit einer sog- "Live-CD" zu testen. In diesem Falle bootet man von dem CD-Laufwerk und nicht von der Festplatte. Daten auf der Festplatte sind dabei nicht in Gefahr. Bei Ubuntu lässt sich z. B. das System von der Live-CD auch installieren.

Sicherlich gibt es wie bei vielen neuen Computerentwicklungen auch noch einige Kinderkrankheiten. So hinken die Linux-Distributionen mit der Treiberentwicklung für moderne Hardware meist einige Monate hinterher. Doch da die Community dies oft ohne Unterstützung der Hardwarehersteller tun muss, ist dies nicht unbedingt die Schuld des freien Betriebsystems. Häufig rücken die Hardwarehersteller ihre Daten nur ungerne heraus und bieten keine eigenen Linuxtreiber an. Hier ist in Zukunft sicherlich mehr Kooperation gefragt, wie z. B. auch bei der Kompatiblität der Office-Formate zwischen Windows und Linux. Doch die wachsende Community lässt darauf hoffen, dass auch solche Probleme irgendwann der Vergangenheit angehören.

Erstveröffentlichung: suite101.de, nachträglich bearbeitet und aktualisiert

In eigener Sache - Artikel von Suite101

Einige Leser werden vielleicht schon vor Jahren bemerkt haben, dass ich auch einige Artikel auf der Webseite suite101.de veröffentlicht habe. Diese Webseite hat bereits 2014 ihren Betrieb eingestellt, die Artikel waren bei meinem letzten Aufruf gestern nicht mehr zugänglich. Da ich immer noch das Urheberrecht habe, ist es von suite101 gestattet, die Artikel auch anderweitig im Netz zu veröffentlichen, was ich in nächster Zeit nach und nach tun werde. Es wäre schade, wenn sie in den Tiefen des Internets verschwunden wären. Also viel Spaß beim Lesen.

Montag, 6. November 2017

Parallelwelten - Leben wir in einem Multiversum?

Im Internet gibt es zahllose Berichte über Menschen, die behaupten, für kurze Zeit in einer Parallelwelt gewesen zu sein. In einem dieser Berichte, von einer Spanierin, wird sogar behauptet, dass sie von einer solchen Parallelwelt gekommen sei. Sie wachte eines Tages auf, und fand plötzlich viele Dinge verändert vor. Ihr neuer Freund war nicht mehr auffindbar, sie hatte eine neue Arbeitsstelle, und bei einem Besuch bei ihren Eltern erinnerte sie sich an Ereignisse, die wiederum ihren Eltern unbekannt waren.

Wissenschaftler sehen solche Berichte mit großer Skepsis. Und doch gibt es einige Physiker, die es für möglich halten, dass es viele Universen gibt und in einigen sogar Kopien unserer selbst herumlaufen. Theoretische Überlegungen zu dem Urknall, der Stringtheorie und der sog. dunklen Energie führten Physiker schließlich zur Theorie des "Multiversums", in dem es unendlich viele Universen gibt. Manche haben sich vielleicht so entwickelt, dass Leben nicht möglich ist, andere sind unseren Kosmos vielleicht ähnlich. Eine Dokumentation, die sich aus physikalischer Sicht mit der Theorie des Multiversums beschäftigt, ist hier zu finden:

https://www.youtube.com/watch?v=0SeA3CGfOi4

Sonntag, 22. Oktober 2017

Der Riese von Castelnau


Abbildung: Menschliche Knochen aus Castelnau, Frankreich. Der mittlere Knochen ist ein Vergleichsstück.

Wenn man auf der Suche nach Knochen von menschlichen Riesen ist, die unter der Leitung von Archäologen geborgen wurden, stößt man unweigerlich auf den Riesen von Castelnau. Es ist eine recht merkwürdige Geschichte, insbesondere da die Knochen auch diesmal offenbar nicht mehr auffindbar sind. Im Jahr 1890 wurde in Frankreich, bei dem Ort Castelnau-le-Lez ein bronzezeitliches Gräberfeld ausgegraben. Dabei wurden drei Knochenfragmente geborgen, darunter auch ein Fragment eines Oberschenkelknochens, die aufgrund ihrer Fundlage in die Jungsteinzeit datiert wurden. Der Ausgräber Georges Vacher de Lapouge war sichtlich überrascht von der Größe der Knochen. Wie er im Wissenschaftsjournal "Le Nature" (Vol. 18, 1890, Issue 888) schreibt, waren "die Volumina  mehr als doppelt so groß" wie vergleichbare Menschenknochen. Die Größe des Individuums wurde auf mehr als 3m geschätzt. Der Fund wird heutzutage auch wieder oft zitiert, allerdings mehr im Internet, als in Veröffentlichungen von Experten.

Quelle: http://en.wikipedia.org

Montag, 9. Oktober 2017

Löst luwische Inschrift Rätsel um Seevölkersturm?

Der sog. Seevölkersturm im östlichen Mittelmeerraum am Ende der Bronzezeit um 1200 v. Chr. ist eines der großen Rätsel der Archäologie. Bisher informierten vor allem Inschriften aus Ägypten und Ugarit über die dramatischen Ereignisse. Scheinbar aus dem Nichts kamen Krieger in Schiffen über das Meer und verheerten die Küstenstädte. Die großen Reiche, die Hethiter in Kleinasien und die Ägypter, aber auch die Mykener in Griechenland, gerieten ins Wanken. Von diesen Hochkulturen blieb am Ende nur ein geschwächtes Ägypten übrig.

Nun wird Ende des Jahres die kommentierte Übersetzung einer Inschrift aus luwischen Hieroglyphen veröffentlicht, die Licht ins Dunkel bringen könnte. Die im westlichen Kleinasien siedelnden Luwier waren bisher vor allem Sprachforschern bekannt, die Archäologen hatten sich bisher nur wenig mit diesem Volk beschäftigt. In der Inschrift ist die Rede von einem König von Mira, der einen Krieg gegen die hethitischen Vasallenstaaten vom Zaum brach. Offenbar wird auch eine Flotte erwähnt, die synchron Küstenstädte angriff. Damit könnte das Rätsel um den Seevölkersturm gelöst sein. Einer der treibenden Kräfte hinter der Untersuchung der Inschrift ist Eberhard Zangger, der die These "Atlantis = Troja" aufstellte. Ich habe seine Ansichten diesbezüglich in einem Kapitel des Buches "Atlantis: Das Rätsel des Aristokles" dargelegt. In einem weiteren Kapitel gehe ich auch auf dem Seevölkersturm ein. Die Veröffentlichung der Übersetzung der Inschrift könnte einigen Wirbel unter Archäologen und Sprachforschern verursachen. Man darf gespannt sein.

Quellen:
https://archaeologynewsnetwork.blogspot.de/2017/10/luwian-hieroglyphic-inscription-sheds.html#CMsdKGYllfYzRSVh.97
https://luwianstudies.org/de