Samstag, 10. Februar 2018

Das verschollene Grab Alexander des Großen



Vor ein paar Tagen bin ich auf die sehr interessante Geschichte des Alexandergrabes gestoßen. Alexander, der 323 v. Chr. starb, hatte ein Weltreich erobert und wurde in Alexandria in Ägypten bestattet. Ptolemäus, ein General Alexanders, hatte sich der Leiche bemächtigt und sie nach Ägypten gebracht, wo er Stammvater der Ptolemäerdynastie wurde. Das Grab wurde in der Antike von vielen berühmten Persönlichkeiten besucht, darunter Kaiser Augustus.

Ende des vierten Jahrhunderts nach Christus verliert sich die Spur des Alexandergrabes. Wahrscheinlich wurde sein Heiligtum von Christen zerstört, da zu dieser Zeit die alten Götterkulte im römischen Reich entgültig abgeschafft wurden und das Christentum sich als alleinige Religion etablierte. Zu Alexanders Gebeinen gibt es eine merkwürdige Theorie. So ist der heilige Marcus, der vermutlich ebenfalls in Alexandria bestattet wurde, der Stammvater der koptischen Kirche in Ägypten. Dessen Grab wird kurz nach dem Verschwinden des Alexandergrabes in den schriftlichen Quellen plötzlich wieder aufgefunden. Zu dieser Zeit war es nicht unüblich, alte Heiligtümer mit christlichen Heiligen in Verbindung zu bringen. Der Kult wurde sozusagen unter neuen Namen weitergeführt. Dadurch sollte den Menschen damals der Übertritt in das Christentum erleichtert werden.

Im 9. Jh. wurden die Gebeine des Marcus von venezianischen Kaufleuten aus Alexandria entführt und in die Lagunenstadt gebracht. Über seinem Grab wurde der Marcusdom errichtet. Liegt also unter dem Marcusdom in Wirklichkeit Alexander der Große begraben? Selbst wenn dies so wäre, gibt es einen Haken. Der heutige Marcusdom ist nicht die erste Kirche an dieser Stelle und im 10. Jh. wusste man offenbar nicht mehr genau, wo das Grab lag. Es wurde aber "wiedergefunden" und die Gebeine neuerlich bestattet. Bestätigen könnte man diese Theorie eigentlich leicht. Wenn die bestatteten Knochen unter dem Marcusdom tatsächlich mit den Gebeinen identisch sind, die aus Alexandria entführt wurden, könnte eine C14- in Verbindung mit einer DNA-Analyse Klarheit bringen. Die Frage ist nur, ob die Kirche zustimmen würde.

Wer des englischen mächtig ist, für den habe ich dieses Video: https://www.youtube.com/watch?v=daiiOCi6p9I

Update: Ich wollte noch hinzufügen, dass das Grab Alexanders so eine Art Dauerbrenner in der Archäologie ist. Immer wieder wird behauptet, dass das Grab gefunden wurde. Danach hört man nichts mehr davon. Allerdings möchte ich auch nicht verschweigen, dass es neue, interessante Entwicklungen gibt. So wurde vor wenigen Jahren ein Grabhügel, der bei Amphipolis in Griechenland liegt, ausgegraben. Es wurden offenbar vier Kammern entdeckt. Auf der Spitze thronte eine Löwenstatue, in den Kammern wurden diverse Statuen und zwei Sphingen geborgen. Man vermutet, das der Grabhügel aus der Zeit von 325 bis 300 v. Chr. stammt. Es wurde spekuliert, dass die Schwester oder Mutter Alexanders dort begraben wurden. Dies war der Stand 2014. Im Jahr darauf war man schon etwas klüger. Es wurde eine Inschrift entdeckt, wonach das Grab für Hephaistion, dem Freund und Geliebten Alexanders, errichtet wurde. Er war der zweite Mann im Reich und starb 324 v. Chr., nur wenige Monate vor Alexanders Tod 323 v. Chr. Das Grab beleuchtet einen interessanten Ausschnitt aus der Zeit der Diadochenkriege, die kurz nach Alexanders Tod ausbrachen.

https://www.welt.de/geschichte/article147104447/Riesengrab-fuer-den-Liebhaber-Alexanders-des-Grossen.html

Dienstag, 6. Februar 2018

Kurzmeldung: Zehntausende Maya-Bauten in Guatemala entdeckt

Eine kleine Sensation bahnt sich gerade in Guatemala an. Dort haben Archäologen von den USA, Europa und Guatemala mit Hilfe einer Lasertechnik zehntausende von Maya-Bauten entdeckt, die bisher vom Dschungel verborgen waren. Die Maya-Städte in Guatemala waren offenbar viel größer als bisher gedacht. Auch siedelten dort viel mehr Menschen als zuvor angenommen:

http://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/guatemala-riesige-maya-staette-im-dschungel-entdeckt-a-1191262.html

Samstag, 27. Januar 2018

Kurzmeldung: Fund eines modernen Urmenschen in Israel sorgt für Aufsehen

In Israel wurde der bislang älteste Fund der Überreste eines modernen Menschen außerhalb Afrikas gemacht. Der Kieferknochen ist vermutlich 177000 bis 194000 Jahre alt. Wenn sich die Datierung bestätigt, ist der Knochen 40000 Jahre älter als der bislang älteste Fund. Das Gebiet des heutigen Israels ist für Urmenschen-Forscher deshalb so spannend, weil hier offenkundig mehrere Außwanderungswellen aus Afrika durchkamen. Auf der anderen Seite gab es auch immer wieder Neandertaler, die vor Kälteeinbrüchen in den Süden flohen und auch in das Gebiet Israels kamen. So könnten sich beide Menschengruppen schon relativ früh getroffen haben. Hier der Artikel:

http://www.sciencemag.org/news/2018/01/ancient-jawbone-suggests-our-species-left-africa-40000-years-earlier-expected

Die Legende der Riesen mit doppelter Zahnreihe

In den amerikanischen Zeitungsartikeln des 19. und frühen 20. Jahrhunderts ist zuweilen von Riesenskeletten  mit "doppelten Zähnen" (double teeth) die Rede. Daraus wurde die Legende von einer Rasse von Riesen mit einer "doppelten Zahnreihe" (double rows of teeth), die in der Popkultur des Internets immer wieder auftauchen. Nun beschreibt aber der Terminus "double teeth" eine alte Ausdrucksweise für einen Molar (großer Backenzahn) mit mehreren Wurzeln. Dies könnte das Entstehen dieser populären Legende erklären. Bis jetzt ist jedenfalls kein Schädel mit einer doppelten Zahnreihe aufgetaucht. Problematisch ist in diesem Zusammenhang auch, das viele Autoren die berühmte Bibelstelle von den "Nephilim"  (Genesis) zitieren, wo es heißt, dass die Gottessöhne Gefallen an den Menschenfrauen gefunden hatten und aus dieser Verbindung Kinder entstanden, die von riesigen Wuchs waren. Die Gottessöhne werden von manchen Autoren als "Außerirdische" interpretiert, und die Riesenknochen mit doppelter Zahnreihe wären ein Beweis für eine Riesenrasse mit außerirdischen Genen. Nun ja, an diesem Beispiel sieht man mal deutlich, wie sich eine Legende verselbstständigen kann. Wer sich tiefer in die Materie einlesen will, dem kann ich diesen Artikel empfehlen:

https://www.andywhiteanthropology.com/blog/the-modern-mythology-of-giants-double-rows-of-teeth

Samstag, 13. Januar 2018

Die Riesen von den Salomonen-Inseln

Legenden von Riesen gibt es überall auf der Welt. Einige Präastronautiker gehen diesen Legenden nach und Klaus Dona, ein Austellungsorganisator, will sogar in Besitz eines Knochens sein, der in Südamerika gefunden wurde. Wie ich schon in früheren Posts geschrieben habe, ist es äußerst schwierig, diesen Legenden ein wissenschaftliches Fundament zu verleihen. Angebliche im 19. Jahrhundert in Nordamerika gefundene Knochen sind heute nicht mehr auffindbar und abgesehen von Klaus Donas Knochen gibt es nur wenige Knochenfragmente aus Georgien (siehe Post "die verlorene Stadt der Riesen). Soweit mir bekannt ist, ist eine genetische Analyse dieser Überreste bisher fehlgeschlagen.

Lars Fischinger, ebenfalls ein Präastronautiker, hat die These aufgestellt, dass der Ursprung der Geschichten über Riesen in den vor einigen Jahren entdeckten Denisova Manschen zu suchen ist. Von diesen Menschentyp gibt es bereits ein genetisches Profil, er lebte im Osten von Eurasien etwa zeitgleich mit den Neandertalern. Als die Neandertaler vor 30000 bis 40000 Jahren ausstarben, war vermutlich auch das Ende des Denisovamenschen gekommen, die wie die Neandertaler von den modernen Menschen verdrängt wurden. Nun wurde in der namengebenden Fundstelle, der Denisova-Höhle in Russland u. a. ein Backenzahn ausgegraben, dessen außergewöhnliche Größe nicht mit Backenzähnen der Neandertaler und der modernen Manschen vergleichbar ist. Nach Fischinger könnte das auf eine enorme Körpergröße hinweisen. Allerdings gibt es ähnliche Zahnfunde vom Homo Erectus und dem Homo Habilis die vor dem Denisova Manschen lebten und die nicht außergewöhnlich groß waren. Diese Spur verläuft also wahrscheinlich im Sande.

Dank des Internets gibt es aber eine neue Spur. Auf den Salomonen-Inseln im Pazifik, genauer auf Guadalcanal, erzählen die Ureinwohner immer wieder von Begegnungen mit Riesen, die im Inneren der mit Dschungel bedeckten Insel leben sollen. Für die Ureinwohner sind die Riesen keine mythischen Wesen, sondern sehr real und aus Fleisch und Blut. Auch heute noch soll es Sichtungen geben, so in einem Fall, als ein Auto auf einer Dschungelstraße unterwegs war. Das Auto kam von der Straße ab, und der Fahrer konnte es nicht alleine freibekommen. Er lief zurück ins nächste Dorf und kam mit einigen Helfern wieder zurück. Was sie dann sahen wurde zur Legende, die im Internet immer weiter verbreitet wird. Zwei Riesen standen neben dem Auto, das wieder auf der Straße stand. In Panik rannten alle davon, und als sie später wieder zurück kamen, waren die Riesen verschwunden. Allerdings konnte man deren Fußabdrücke im Schlamm sehen. Auch in einer Goldtagebaumine auf Guadalcanal gab es einen Vorfall. Eine tonnenschwere Backerschaufel verschwand über Nacht und tauchte ebenso mysteriös an anderer Stelle wieder auf. Das diese Geschichten nicht vollständig erfunden sind, zeigt ein Video, in der einer der Einwohner Guadalcanals interviewt wird (englisch):

https://www.youtube.com/watch?v=aVy7vdekVLc

Freitag, 12. Januar 2018

Neues vom Hohlraum in der Cheops Pyramide


                                   Quelle: Wikipedia


Der vermutete 30m messende Hohlraum in der Cheops Pyramide über der großen Galerie gibt Anlass zu mancherlei Spekulationen. Während manche Ägyptologen einen Bautechnischen Grund vermuten um die große Galerie zu entlasten, gehen andere Forscher einen Schritt weiter. So könnte der Hohlraum mit den religiösen Vorstellungen der alten Ägypter zu tun haben:

https://de.sputniknews.com/wissen/20180112319040013-cheops-pyramide-aegypten-portal/

Ob der "Thron aus Eisen", auf den sich der verstorbene Pharao auf seinem Weg in die andere Welt nieder lässt tatsächlich in dem Hohlraum zu finden ist, ist allerdings sehr ungewiss. Leider befinden sich zwischen der großen Galerie und den Hohlraum beachtliche Mengen an Gestein, so dass es wohl noch ein wenig dauern wird, bis man zu ihm vordringt. Auch möchte ich nicht verschweigen, dass es Gerüchte gibt, dass von Zahi Hawass eine starke Opposition gegen weitere Forschungen zu dem Hohlraum ausgeht. Er leitet das wissenschaftliche Aufsichtsgremium des "ScanPyramids Project". So dürfte auch eine Bohrung unwahrscheinlich sein. Hawass begründet die Ergebnisse der Messungen mit dem Argument, dass das Baumaterial zum Errichten der Pyramide gewechselt wurde. Diese These wird aber von den an dem Projekt beteiligten Physikern widersprochen. Immerhin hat Hawass bei den hypothetischen weiteren Kammern im Tutanchamun Grab recht behalten. Heute hört man nichts mehr davon. Der Mann scheint nicht unterzukriegen sein. Nachdem man von ihm einige Zeit nichts mehr gehört hatte, was an den politischen Wirren in Ägypten lag, meldet er sich nun wieder lautstark zu Wort.

Weitere Quellen:
https://archaeologynewsnetwork.blogspot.de/2018/01/is-there-iron-throne-in-newly.html#yTcJKLLMKwkOUl5r.97

Dienstag, 7. November 2017

LXDE - wie man seinen alten PC wieder zu neuen Leben erweckt


Sicher standen sie schon mal vor dem Problem: der alte Computer ist schon recht betagt, die Programme starten immer langsamer. Und ein neues Betriebsystem würde sich wegen der mangelhaften Performance erst gar nicht mehr installieren lassen. Aber anstatt den PC auszurangieren, gibt es vielleicht eine Lösung für ihr altes Schätzchen: Linux.

Das Betriebsystem Linux ist in zahlreiche sog. Distributionen aufgeteilt, die sich teilweise nicht nur auf Anwenderfreundlichkeit, sondern auch auf andere Merkmale wie z. B. Multimedia und eben auch Schnelligkeit spezialisiert haben. Ein Linuxsystem ist nicht aus einem Guss, sondern setzt sich aus unterschiedlichen Komponenten zusammen. Daher lässt sich auch die grafische Oberfläche auswechseln, die es in vielen Varianten gibt. Die bekanntesten sind KDE und Gnome. An dieser Stelle lässt sich durchaus etwas an der Systemgeschwindigkeit drehen, ohne dass sie dadurch auf etwas verzichten müssen. So lassen sich viele Programme, wie z. B. der Webbrowser Firefox von verschiedenen grafischen Oberflächen aus starten.

Stellen sie sich beispielsweise vor, sie haben einen alten Rechner mit 2000 MgHz und 1 GB Arbeitsspeicher. Für PC's mit dieser Ausstattung ist die grafische Oberfläche LXDE sehr geeignet. Hier gibt es mehrere Wege, diese zu installieren. Wenn sie noch kein Linux auf ihrem Rechner haben und sich noch nicht sehr mit Linux beschäftigt haben ist sicherlich Lubuntu eine gute Wahl, ein Derivat der bekannten Linux-Distribution Ubuntu. Die Installation erfolgt automatisch mit LXDE und es sind bereits Internet, Mail und Office-Anwendungen enthalten. Die automatische Update-Funktion hält sie ständig mit den neuesten Sicherheitsaktualisierungen auf dem Laufenden. Auch Debian-Linux ist auf diesem Zug aufgesprungen und stellt eine Installations-CD mit LXDE zur Verfügung. Sie schneidet im Vergleich zu Lubuntu in Sachen Geschwindigkeit sogar noch etwas besser ab, allerdings ist die Software im Vergleich zu Lubuntu nicht ganz so aktuell. Dafür hat man allerdings ein sehr stabiles System, dass ebenfalls regelmäßig mit Sicherheitsaktualisierungen versorgt wird. Hier muss man sich zunächst vor der Installation ein wenig mit Linux auseinandersetzen, es stehen aber zahlreiche Hilfe-Seiten und Foren im Internet zur Verfügung.

Wer bereits ein Linuxsystem installiert hat, kann bei den größeren Distributionen LXDE auch nachinstallieren. Dies ist bei Ubuntu, Opensuse, Fedora Core und auch Debian möglich, nur um einige zu nennen. Auch nach der Installation von LXDE kann man noch etwas für die Systemgeschwindigkeit tun. So lässt sich LibreOffice durch das schnellere Abiword ersetzen, dass ebenfalls mit Word-Dokumenten arbeiten kann. Auch bei den Webbrowsern ist man nicht nur auf Firefox angewiesen, es gibt auch noch weitere Varianten zur Auswahl. Ein Nachfolger für LXDE steht bereits in den Startlöchern – die grafische Oberfläche LXQT. Sie baut wie KDE auf QT auf, so dass auch KDE-Anwendungen einigermaßen schnell starten. Aktuell habe ich selbst Debian stable mit LXQT auf einem Rechner installiert und bin sehr zufrieden. Mit einem geöffneten Browser und LibreOffice wird nur 900MB Arbeitsspeicher benötigt. Wer also Spaß am Experimentieren hat, liegt mit Linux sicherlich genau richtig. Aber auch hier gilt der Spruch: selbst ist der Mann!

Erstveröffentlichung: suite101, nachträglich bearbeitet und akualisiert